Eine Mappe mit Zeichnungen

Von Anfang an ahnte ich, dass diese Ausstellung im InfoCenter nach mehrjähriger Ausstellungspause auch so etwas wie eine kleine (inoffziell-private) Retrospektive werden würde.

Neulich fand ich beim Blättern in alten Skizzenblöcken einige Aktzeichnungen, die vielleicht nicht zum Schlechtesten gehören, was ich während der letzten Jahrzehnte zu Papier gebracht habe. 

Die nachfolgend abgebildeten Skizzen, bei denen ein Preis angegeben ist, sind (zusammen mit anderen Zeichnungen) in einer Mappe enthalten, die ab dem 14.6. in der Ausstellung ausliegen wird.

Gold und Silber ersetzt Rot und Gelb, Blau und Grün

Kugeldruck-Unikat in Gold und Silber, 2007
Acryl auf starkem Aquarell-Papier
61 x 43 cm (oder als Querformat)

30,- EUR

Die drei Kugeldrucke, die bei der Ausstellungseröffnung verkauft worden sind, habe ich heute durch drei andere ersetzt. Sie entstanden gleichfalls 2007, aber nicht in Stuttgart (auf der Künstlermesse) bzw. Kornwestheim (bei Angelika Flaig), sondern in meinem damaligen Atelier in Pfinztal-Berghausen. Mehr dazu auf der Kugel-Paar-Seite.

Von den ehemals 70 gold-silbernen Unikat-Drucken habe ich noch rund 50 Stück und gewähre gerne Mengenrabatt, also z. B.: 5 Stück für 130,- EUR, 10 Stück für 250,- EUR, 20 Stück für 400,- EUR.

Ausstellungseröffnung

Es begann kurz nach sechs Uhr und endete erst gegen dreiviertel acht. Eine Dame hatte sich, wie ich später erfuhr, statt zum Hauptfriedhof zum Hauptbahnhof begeben – zweimal „Haupt“, zweimal „hof“, aber der Unterschied zwischen „fried“ und „bahn“ war der an diesem Abend entscheidende. Schade. Mit A. W. wären es etwa 51 Gäste gewesen, so waren es nur rund 50.

Zwischen zwei Blöcken schönster Blockflöten-Musik (gespielt von meiner Frau Ute Deussen) vernahmen wir wohlgesetzte Worte aus dem Munde der Kunsthistorikerin Simone Maria Dietz, vor deren Begabung der ebenso mühelos wie frei fließenden Rede die Anwesenden reihenweise den Hut zogen – allen voran ich selbst.

Anders gesagt, es war eine sehr gelungene Eröffnungsveranstaltung. Danke.

Kunst und Dekoration

Am Ende des 19. Jahrhunderts (1897) kam eine Zeitschrift auf den Markt, die sich Deutsche Kunst und Dekoration: illustrierte Monatshefte für moderne Malerei, Plastik, Architektur, Wohnungskunst und künstlerisches Frauen-Arbeiten nannte (hier zum Digitalisat der Uni Heidelberg). Dass Kunst etwas mit Dekoration und gelungenes Dekorieren etwas mit Kunst zu tun hat, leuchtet wohl jedem ein, der schon einmal eine Ausstellung eingerichtet hat. Mit der Rede vom „Bespielen“ eines Ausstellungsraums versuchen Ausstellungsmacher seit einigen Jahren vom scheinbar profanen Dekorateur zum potentiell namhaften Regisseur einer dramatischen Inszenierung aufzusteigen – jedenfalls halten sie es für einen Aufstieg. Die gängige Rede vom „Dialog“ zwischen Exponaten, die sozusagen im Sichtfeld voneinander platziert sind, wies ja schon etliche Jahre früher in diese Richtung der Expositions-Metaphorik.

Bei einer Ausstellung mit Bildern an den Wänden und plastischen Arbeiten am Boden geht es aber zunächst um Statik und ums Be- oder Verharren, nicht um Dynamik und Handlung. Statt von Dialog möchte ich daher lieber von gemeinsamer gleichzeitiger Präsenz sprechen. Es macht einen großen Unterschied, ob man alleine oder zu zweit oder selbdritt und so weiter real präsent ist. Die Unterschiede, um die es dabei geht, haben nichts mit Rede und Gegenrede zu tun. Durch gemeinsame Real-Präsenz am selben Ort wird ein, wenn man so will, protodialogischer Raum eröffnet, in dem Dialog stattfinden kann aber nicht muss. Die Implikationen des gemeinsamen Da-Seins (wobei es natürlich alles andere als gleichgültig ist, wer mit wem zusammen da ist) reichen tiefer und weiter zurück als die Dreh- und Textbücher nachfolgender Inszenierungen. Insofern kommt „Dekoration“ vor „Drehbuch“, das Casting vor den Anweisungen des Regisseurs. Am Anfang schuf Gott das Setting und war für die Besetzung zuständig, der Teufel machte daraus das Drama, das wir Geschichte nennen.

Gut geplant ist halb verworfen

Es ist wichtig, sich vor dem Einrichten einer Ausstellung Gedanken darüber zu machen, wie die Ausstellung struktuiert sein könnte. Noch wichtiger aber ist es, sich beim Ausstellungsaufbau von solchen Vorüberlegungen nicht davon abhalten zu lassen, alles ganz anders zu machen. Beim Aufbau am 24. und 30.5.2018 habe ich zwar nicht alles, aber vieles ganz anders gemacht. Die folgende Fotogalerie zeigt die Ausstellung fünf Tage vor der Eröffnung. Bis auf einzelne Exemplare aus Exponat-Gruppen sind alle Arbeiten zu sehen. (Die Nummern in eckigen Klammern beziehen sich auf die Exponaten-Liste.)

Es wird virtuell

Ein Ausstellungskatalog ist in der Regel mehr als die Re-Präsentation der Bilder einer Ausstellung in einem handlichen Ersatz-Format fürs heimische Bücherregal. Was genau dieses „Mehr“ ausmacht, ist von Katalog zu Katalog verschieden. Doch soll hier nicht der Versuch einer Typologie der möglichen Ausstellungskataloge, sondern nur die nicht besonders steile These gewagt werden, dass eine Website viel mehr „Mehr“ kann als jeder nur denkbare Katalog. Nur ins Bücherregal stellen kann man eine Website natürlich nicht.

Dieses Journal als Teil des „Katalogs“ könnte eine Art Protokoll und Erlebnisbericht werden.

Es wird konkret

Mit der am InfoCenter tätigen Kunsthistorikerin Simone M. Dietz bespreche ich die technischen und ästhetischen Möglichkeiten und Implikationen einer Präsentation der von mir vorgeschlagenen Exponate. Danach weiß ich, dass es mit den kürzlich begonnen Reliefs – ein Bambus-Bild und eine Falten-Studie – keine Eile hat. Das im Ausstellungsbereich installierte Hänge-System wäre nicht imstande, die Eichenholz-Platten zu tragen.